Auf den Spuren der Etrusker 16.– 23.09.2017 – der PREMIUMRITT 2017

Ein Bericht von den Teilnehmerinnen Karin und Edith

Endlich war es soweit: der Flieger hob ab und beförderte uns in das bis jetzt verregnete Italien nach Rom. Aber die Wetterprognose war positiv und sollte uns eine regenfreie Woche bescheren. 

Als wir nach einer knapp dreistündigen Autofahrt spät am Abend, ja fast schon in der Nacht in Castell'Azzara auf dem Reiterhof Il Cornacchino ankamen, regnete es immer noch, allerdings wurden wir dafür mit einem wunderbaren 'Mitternachts-Imbiss' entschädigt, der aus leckerer Wurst, Käse, Weißbrot, Olivenöl, eingelegten Zwiebeln und anderen Spezialitäten der Region bestand. 

 

Am nächsten Tag hatte sich tatsächlich das Wetter gebessert, die Regen-wolken hatten sich verzogen und die Sonne stand an einem fast wolkenlosen Himmel. So sollte es sein. Wir bekamen unsere Pferde zugeteilt und drehten ein paar Runden durch die Gegend rund um den Hof, um herauszufinden, ob bei Pferd und Reiter die Chemie stimmen würde. 

 

Das leckere, hausgemachte Mittagessen ließ erahnen, mit welchem kulinarischen Genuss wir in der kommenden Woche rechnen konnten. 

 

Montag:

Der Ritt ging 22, 5 km durch Flussbetten mit und ohne Wasser, durch etruskische Hohlwege (via Etruschi del Tufo), über eine Ebene, die von grimmig bellenden Hütehunden verteidigt wurde und die, wie Giulio, unser Rittführer, uns berichtete, von Stachelschweinen bewohnt wurde, die sich allerdings nicht blicken ließen. Abends kamen wir in Sovena an, bezogen unsere Quartiere und wurden mit selbstgemachten Köstlichkeiten inklusive leckerem Wein und hausgemachtem Limoncello verwöhnt.

 

Dienstag:

An diesem Tag ging es 23,5 km durch Olivenhaine und Weinberge und wir konnten sogar Feigen direkt vom Baum pflücken. Auch Granatapfel- und Kakibäume säumten unseren Weg. Wir mussten wieder so manchen Fluss durchqueren, eine neue und tolle Erfahrung für die meisten von uns. Die Pferde waren sehr brav und trittsicher und meisterten die doch recht schwierigen Passagen mit Bravour.

 

Mittwoch:

Heute stand ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm: Ein Besuch bei den Butteri – den maremmanischen Cowboys, welche die berühmten Maremma-Pferde züchteten und deren Rinder wir zusammentreiben durften. Der Gutsbesitzer kam wie ein stolzer Edelmann daher, fast wie Esteban Trueba aus dem Film 'Das Geisterhaus' von Isabell Allende. Er begleitete uns ein Stück des Weges bis hin zu seinen Ländereien, deren Grenze irgendwo hinter dem Horizont verschwand, wie es schien. 

Das Rinder- und Fohlentreiben war ein wunderbarer Spaß. Nächtigen durften wir in den Gästehäusern des Gutsherren. Letizia, die Frau von Giulio, hatte wunderbar für uns gekocht, sie hat ihre Rezepte der einfachen toskanischen Küche bereits in mehreren Kochbüchern verewigt. 

Wir ließen es uns schmecken. An diesem Tag ritten wir 20,2 km.

 

Donnerstag:

Nach einem erlesenen Frühstück mit Bediensteten, Tafelsilber und edlem Geschirr inmitten etruskischer Artefakte ging das 'Reisen zu Pferde' weiter auf dem 'Sentiero des Briganti' – ein 15 km langer Waldweg der von Buchen, Eichen und Ahorn gesäumt wurde. Hier in diesem Feuersteinwald hatte sich seinerzeit eine berüchtigte Räuberbande verschanzt und mit ein wenig Phantasie konnte man noch die verwegene Aura der finsteren Gesellen erahnen...

Gegen Abend kamen wir dann am See von Mezzano an und bezogen unsere Unterkünfte. Es war ziemlich kalt, aber das hielt Edith nicht davon ab, ein Bad im See zu nehmen. Gerittene km 20,7.

 

Freitag:

Heute kam die längste Etappe dran: 35,1 km und fast 8 Stunden im Sattel über die Hochebene nach Montevitozzo. Giulio unserer Rittführer, erzählte uns viel Geschichtliches aus der Gegend zu den Orten, die wir besichtigt hatten. So zum Beispiel von der in den Tuffstein gegrabenen Kirche oder den Höhlen der Stadt Vitozza, in denen bis Ende des 18. Jahrhunderts tatsächlich Menschen gewohnt haben oder von dem mystischen Ort im Wald, einer Art Felsgrotte mit Wasserfall, ein Ort zum Entschleunigen und in sich Hineinhören. 

 

Nicht zu vergessen Alessio, unser Trossfahrer, der uns jeden Mittag an lauschigen Plätzen ein wundervolles Picknick zauberte, mit Wurst und Käse aus der Gegend, Oliven, Tomaten, Gurken, Trauben, Rotwein und Kaffee.

 

In meinem olfaktorischen Gedächtnis wird immer der Geruch hängenbleiben, der uns wie ein zarter Schleier umfing, wenn die Pferdehufe die wildwachsenden Kräuter zermalmten: wilde Pfefferminze, Majoran, Thymian, Zitronenmelisse und Wermut. 

 

Alles in allem eine wunderschöne Woche, mit einer harmonischen Truppe, wunderbaren Pferden und Giulio, der mit seiner warmherzigen, geduldigen Art jeden von uns begeisterte.

 

 

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